Unser Verein

Der Imkerverein Gallspach setzt sich seit über 100 Jahren für den Schutz der Honigbiene und die Förderung einer nachhaltigen, regionalen Imkerei ein.

Unsere Mitglieder – von erfahrenen Imkerinnen und Imkern bis zu neugierigen Einsteigerinnen und Einsteigern – verbindet die Begeisterung für die faszinierende Welt der Bienen und die Freude an einer lebendigen Natur.
Wir bieten regelmäßige Vereinsabende, praxisnahe Schulungen, gemeinsame Arbeiten an unseren Bienenständen sowie Veranstaltungen für Schulen, Familien und Interessierte. Dabei stehen Wissensaustausch, gegenseitige Unterstützung und ein wertschätzendes Miteinander im Mittelpunkt.
Ob du selbst mit der Imkerei beginnen möchtest, dich für Naturschutz engagieren willst oder einfach mehr über Bienen erfahren möchtest – bei uns bist du herzlich willkommen. Gemeinsam leisten wir einen wichtigen Beitrag für Biodiversität, Bestäubung und eine gesunde Umwelt.

Versicherung ist inkludiert

Mit einer Mitgliedschaft beim Verein, ist auch eine Versicherung inkludiert z. B.: Specht- oder Sturmschaden, usw..

Imker werden in Österreich

Imkern liegt im Trend – als naturverbundenes Hobby, das gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Umwelt leistet. Wer Bienen ein Zuhause gibt, fördert die Bestäubung von Pflanzen, unterstützt die Artenvielfalt und kann nebenbei köstlichen Honig ernten. Ein Start in die Imkerei ist in jedem Alter möglich – sogar in der Stadt werden heute erfolgreich Bienen gehalten.
Diese Anleitung fasst alle wichtigen Schritte zusammen, die angehende Imkerinnen und Imker in Österreich beachten sollten.

Grundvoraussetzungen

Bienenallergie

Vor dem Einstieg in die Imkerei sollte unbedingt geklärt werden, ob eine Bienengiftallergie besteht. Bei Unsicherheit empfiehlt sich ein Allergietest beim Arzt. Je nach Schwere einer bestehenden Allergie sollte gut überlegt werden, ob die Imkerei sinnvoll ist.

Zeitaufwand

IImkern bringt einen gewissen Zeitaufwand mit sich – besonders am Anfang. Als Faustregel gilt: Ein Besuch der Bienenvölker alle 1–2 Wochen ist ausreichend. Dabei wird nach dem Rechten geschaut, die Beute kontrolliert, Vorräte geprüft und jahreszeittypische Arbeiten durchgeführt.

Standort

Der Standort der Bienenstöcke sollte sonnig und windgeschützt sein, mit ausreichend Trachtquellen in der Umgebung. In der Regel ist keine spezielle Genehmigung erforderlich – es empfiehlt sich jedoch, die Gemeinde und den Grundbesitzer vorab zu informieren.

Ausbildung und Grundwissen aneignen

Bevor man mit eigenen Bienen startet, sollte ein solides Grundwissen aufgebaut werden.
Die wichtigsten Wege:

Imker-Grundkurs:
Wird von lokalen Imkervereinen und Landwirtschaftskammern angeboten. Praxisnahes Lernen über Bienenhaltung, Honiggewinnung und Bienengesundheit.

Fachbücher:
Speziell für Anfänger gibt es eine breite Auswahl geeigneter Literatur.

Mentor suchen
:
Am wertvollsten ist die Begleitung durch einen erfahrenen Imker in der ersten Zeit –
er erkennt schnell, was Sache ist und gibt praxisnahe Tipps.

Imkerverein beitreten:
In ganz Österreich gibt es aktive Imkervereine, die Unterstützung, Wissen und sogar Förderungen für Einsteiger bieten.

Bienenrasse und Ausrüstung wählen

Bienenrasse

Die gängigste Bienenrasse bei österreichischen Imkern ist die sogenannte „Carnica“ (Kärntner Biene).
In manchen Regionen gibt es Vorschriften, welche Rassen gehalten werden dürfen – vorab informieren empfiehlt sich.

Bienenbeute = Bienenstock

Bienenbeuten gibt es in verschiedenen Größen und Ausführungen. Man spricht auch vom „Rähmchenmaß“ oder „Beutenmaß“.
Empfohlen wird, sich nach den in der Region gängigen Maßen zu richten:
Hauptsächlich werden Beuten aus Holz verwendet.
Bei der Wahl sollte auch die körperliche Belastung bedacht werden: Eine volle Honigzarge kann sehr schwer werden.

Bei uns in Gallspach wird hauptsächlich das „Einheitsmaß“ verwendet.

Grundausstattung

Es ist mit einer Erstinvestition von ca. € 1.500 – € 3.000 zu rechnen.

Bienenbeute

In verschiedenen Maßen – gängiges Regionalmaß wählen.

Kosten für 1 gesamten Stock ca. € 150. Man benötigt immer 1 Stock in Reserve – für eventuelle Schwärme.

Schutzkleidung

Imkeranzug
oder -jacke, Imkerhandschuhe, Schleier/Haube

Stockmeißel
Abkehrbesen
Räucher

Multifunktionstool zum Öffnen, Reinigen und Bearbeiten der Beute

Honigernte

Honigschleuder:
Für die Honigernte (kann anfangs auch ausgeliehen werden)

Endeckelungsgeschirr: Zum Öffnen der Honigwaben vor der Schleuderung

Abfülltöpfe:
Für die Lagerung und Abfüllung des Honigs

Die ersten Bienenvölker

Für den Einstieg empfiehlt es sich, mit 2–3 Völkern zu starten.
So kann man die Unterschiede zwischen den Völkern erkennen und wertvolle Erfahrungen sammeln, ohne sich zu überfordern.
Völker nur bei vertrauenswürdigen Züchtern kaufen und auf Gesundheit achten.
Imker in der Region nach Jungvölkern oder Schwärmen fragen.
Lieber langsam beginnen – viele Einsteiger überschätzen sich anfangs.

🐝 Empfehlung


Starten Sie mit 2–3 Völkern. Das ermöglicht es, Unterschiede im Verhalten der Völker zu beobachten und gleichzeitig den Überblick zu behalten.

Rechtliches und Meldepflichten in Österreich

Meldepflicht für Bienenstöcke
IIn Österreich besteht eine Meldepflicht für Bienenstöcke.

Es gibt jährlich zwei Stichtage:
April-Stichtag: Meldung muss bis spätestens 30. Juni erfolgen.
Oktober-Stichtag: Meldung muss bis spätestens 31. Dezember erfolgen.

Wanderimkerei

Wer seine Bienen nicht dauerhaft am gleichen Standort halten, sondern mit ihnen „wandern“ möchte (z. B. zur Sonnenblumen- oder Kastanienblüte), muss einige Punkte beachten:


Das Aufstellen von Bienen auf fremdem Grund erfordert die ausdrückliche Erlaubnis des Grundbesitzers.
Wandern lohnt sich, wenn man verschiedene Honigsorten (Blütenhonig, Waldhonig, Sonnenblumenhonig, Kastanienhonig) gewinnen möchte.

Honigverkauf

Beim Verkauf von Honig gelten in Österreich folgende Regelungen:

Für den gewerblichen Verkauf ist eine Anmeldung beim Finanzamt erforderlich.

Bei kleinen Mengen (Hobbyimkerei) ist der Verkauf häufig steuerfrei – abhängig vom Jahresumsatz.

Der Honig muss den gesetzlichen Anforderungen entsprechen: Hygienevorschriften, korrekte Etikettierung und Einhaltung des Lebensmittelrechts.

Empfehlung

Im Imkereizentrum Linz kann der Honig getestet werden sowie die Honigetiketten auf die gesetzlichen Anforderungen geprüft.

http://www.imkereizentrum.at

Bienengesundheit

Gesunde Bienenvölker sind das Fundament einer erfolgreichen Imkerei. Nur vitale Bienen können überleben und hohe Mengen an Honig,
Wachs und anderen Bienenprodukten produzieren.

Varroabehandlung
Die Varroamilbe ist die größte Bedrohung für Bienenvölker.
Ohne imkerliche Unterstützung hat ein befallenes Volk kaum Überlebenschancen.
Eine regelmäßige Behandlung – z. B. mit Oxalsäure – ist unerlässlich.

Häufige Bienenkrankheiten
Varroose (Varroamilbe):
Parasit, der Brut und Bienen befällt.
Faulbrut (AFB/EFB):
Bakterielle Erkrankung der Bienenbrut – meldepflichtig!
Nosema:
Darmerkrankung der erwachsenen Bienen.

WICHTIG

Die Bekämpfung der Varroamilbe
ist die wichtigste Gesundheitsmaßnahme in der Imkerei. Regelmäßige Kontrollen und rechtzeitige Behandlungen schützen das Volk.

Der Imker-Jahreszyklus

Zu jeder Jahreszeit ist eine andere Tätigkeit notwendig,
um die Bienen Gesund zu erhalten.

Frühling

Völkerkontrolle, Futtervorräte prüfen, Schwarmkontrolle, Beuten erweitern

Sommer

Honigernten, Schwarmverhinderung, Jungvolkbildung, Varroakontrolle

Herbst

Letzte Honigernte, Einfütterung der Völker für den Winter, Varroa-Behandlung, Meldung Oktober-Stichtag

Winter

Ruhephase – gelegentliche Kontrolle, Ausrüstung reinigen und vorbereiten, Weiterbildung

Deine nächsten Schritte

So startest du erfolgreich in die Imkerei:


-Allergietest machen (falls unsicher)
– Imker-Grundkurs besuchen (z. B. über lokalen Imkerverein oder Landwirtschaftskammer)
– Imkerverein in der Region beitreten
– Standort für die Bienenstöcke wählen und gegenfalls Erlaubnisse einholen
– Bienenrasse für die Region wählen (empfohlen: Carnica)
– Grundausstattung beschaffen
– 2–3 gesunde Jungvölker bei zertifizierten Züchtern kaufen
– Bestand bei der Behörde melden (Stichtage April und Oktober beachten)
– Regelmäßige Kontrollen und Varroabehandlung nicht vergessen